Florencia Di Concilio

© Jean-Côme Bouden

Biografie

Florencia Di Concilio, in Urugay geboren und heute in Paris lebend, entstammt einer italienischen Musikerfamilie. Neben einer Vielzahl von Soundtracks zu Spiel- und Dokumentarfilmen, hat sie die Musik zu George Sluizers posthum fertiggestellten Film Dark Blood mit River Phoenix geschrieben, der seine Premiere 2013 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin erlebte. Zu ihren jüngsten Kompositionen gehört der Soundtrack für Becoming Zlatan, der 2016 für  den Europäischen Filmpreis nominiert wurde sowie die Vertonung der kanadischen Inuit-Produktion Angry Inuk (Regie: Alethea Arnaquq-Baril), die auf dem Hot Docs Festival in Toronto mit dem Publikumspreis und dem People's Choice Award bei Canada's Top Ten Film Festival ausgezeichnet wurde und seine Deutschlandpremiere auf der diesjährigen Berlinale feierte. Darüber hinaus schrieb sie kürzlich den Soundtrack zu Ava, Léa Mysius' Debut, das seine Weltpremiere bei der Semaine de la Critique im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2017 feierte.

Florencia Di Concilio hat mehr als 30 preisgekrönte Spiel- und Dokumentarfilme für Kino und Fernsehen vertont (u.a. für ARTE, BBC, HBO, Sundance, Canal+) – darunter Arbeiten von Heddy Honigmann, Peter Wintonick, Angus MacQueen, Tanaz Eshaghian, Marc und Nick Francis und Gonzalo Arijon. Ihre vielseitige kompositorische Arbeit wurde u.a. von der New York Times, Variety, Entertainment Weekly sowie der L.A. Times gewürdigt und bei Universal Records veröffentlicht. Zu ihrer Filmmusik für den Film Stranded schrieb Kenneth Turan: „Zuvorderst sei hier die delikate, jenseitig anmutende Musik der Komponistin Florencia Di Concilio zu nennen, die dem Handlungsverlauf etwas Verstörendes, Aufwühlendes verleiht.“ Über ihren Score für Fredrik Gerttens Feature-Dokumentarfilm Bikes vs. Cars schrieb die L.A. Times: „Florencia Di Concilio's lush orchestral score is icing on the cake.“

Florencia Di Concilio fühlt sich sowohl in der Instrumental- als auch in der elektronischen Komposition beheimatet und erhält neben ihrer Arbeit als Filmkomponistin regelmäßig Aufträge von Tanzkompanien, Solisten, Ensembles und bildenden Künstlern. Sie hat am New England Conservatory in Boston, dem College of Charleston und dem Conservatoire supérieur de Paris Piano, Komposition und Orchestrierung studiert. Das Miami Symphony Orchestra hat Florencia Di Concilio kürzlich zum Composer in Residence ernannt.

Film

Ava, 2017
Regie: Léa Mysius
FR

Angry Inuk, 2016
Regie: Alethea Arnaquq-Baril
CA
Publikumspreis Hot Docs Toronto

Los Feliz, 2016
Regie: Edgar Honetschläger
AT

Becoming Zlatan, 2016
Regie: Fredrik und Magnus Gertten
S/ NL/ IT
Nominierung Europäischer Filmpreis 2016

Bikes vs. Cars, 2015
Regie: Fredrik Gertten
SWE

Chameleon, 2014
Regie: Ryan Mullins
CA

Battle for Rio, 2014
Regie: Gonzalo Arijon
FIN/ FR/ USA

The Love Hotel, 2014
Regie: Phil Cox und Hikaru Toda
UK/ FR

The Man Who Made Angels Fly,  2013
Regie: Wiktoria Szymanska
UK/ PL/ FR

Ariel, 2013
Directed by Laura Bari
CA

The Road to Bethlehem, 2013
Directed by Leila Sansour
UK/ Palestine

Dark Blood, 2012
Regie: George Sluizer

NL/ USA
mit River Phoenix, Jonathan Pryce und Judy Davis
Berlinale Wettbewerb 2013

Memories of Fire, 2012 
Regie: Heddy Honigmann
NL

Dutch Masters, 2012
Regie: Heddy Honigmann
Kurzfilm
NL

Afghanistan, le prix de la vengeance, 2012
Regie: Alberto Marquardt
FR 

Black Out, 2012
Regie: Eva Weber
UK (BBC)

Carnets d'un grand détour, 2012
Regie: Cathérine Hébert
CA

Best of Enemies, 2012
Regie: Martina Hall
FR/ DE/ UK (Arte)

Citizen or Stranger, 2011
Regie: Jon Kalina  

CA/ FR (Arte)

Prochain Arrêt, 2011 
Regie: Tanaz Eshaghian, Gonzalo Arijon, etc.
Arte
 
And Then One Day, 2011
Regie: Heddy Honigmann
NL 

Avec nos yeux, 2011 
Regie: Marion Aldighieri
FR (France 5)

Hostage in the Jungle, Ingrid Betancourt, 2010
Regie: Angus Macqueen

UK/ FR (BBC, Arte)

Love Crimes of Kabul, 2010 
Regie: Tanaz Eshaghian
USA (HBO)

Axolotl, 2010
Regie: Claudio Hughes
Kurzfilm
FR/ IT

Eyes Wide Open, 2009
Regie: Gonzalo Arijon
FR (Arte)

L'homme de chevet, 2009
Regie: Alain Monne
FR

Blood Relation, 2009
Regie: Noa Ben Hagai
IL

When China met Africa, 2009
Regie: Marc und Nick Francis
UK/ FR (Arte)

Living with the Dead, 2009
Regie: Alexa Schulz
Kurzfilm
DE/ USA

La Nueve ou les oubliés de la victoire, 2009
Regie: Alberto Marquardt
FR (France 3)

PilgrIMAGE, 2008
Regie: Peter Wintonick
CA

Maria y el Nuevo Mundo, 2008
Regie: George Walker
VE/ FR

Stranded, 2007
Regie: Gonzalo Arijon
FR/ USA/ DE 
Joris Ivens Award, Abu Dhabi Grand Prize, Sundance Official Selection

Lula, la gestion de l'espoir, 2007
Regie: Gonzalo Arijon
FR (Arte)
 
Mensonges, 2006
Regie: Juan Pittaluga
FR (Canal+)  

Les grands duels du sport, 2004-2006
div. Regisseure, Arte TV Serie

La comptesse aux pieds froids, 2004
Regie: Yoann de Montgrand

Kurzfilm
FR

FILMSCORE

AVA

Regie: Léa Mysius
Musik: Florencia Di Concilio
 


Die 13-jährige Ava verbringt im gleißenden Licht des Sommers ihre Tage an der Atlantikküste. Doch ihr eigenes Augenlicht schwindet – und weil ihre Mutter ihr den vielleicht letzten Urlaub voller Farben und Formen nicht verderben will, tut sie so, als wäre alles normal. Ava geht mit ihrer Krankheit anders um: Sie stiehlt einen großen schwarzen Hund, der einem jungen Burschen auf der Flucht gehört. In ihrem einfühlsamen Langfilmdebüt entwirft Léa Mysius das Stimmungsbild einer aufregenden und beängstigenden Zukunft, der großen Rätsel des Erwachsenwerdens und des Erblindens.

Léa Mysius' Debut feierte seine Weltpremiere bei der Semaine de la Critique im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2017.

Deutschlandpremiere: 26. Juni 2017, Filmfest München

FILMSCORE

ANGRY INUK

Regie: Alethea Arnaquq-Baril
Musik: Florencia Di Concilio
 


Die Robbenjagd ist elementarer und identitätsstiftender Teil der Inuit-Kultur. Als jahrhundertelange Tradition spielt sie eine zentrale Rolle im sozialen Leben und ist weit mehr als reine Nahrungsquelle. Denn für viele Familien bildet der Verkauf von Robbenpelzen die ökonomische Grundlage, um am globalen Wirtschaftskreislauf teilzunehmen. Jahrzehntelange, aggressiv geführte Kampagnen namhafter Umweltschutzorganisationen erfreuen sich prominenter Unterstützung. Sie prägen das durch und durch negative Bild der Robbenjagd in den westlichen Ländern der Erde. Als Konsequenz brachte unter anderem das 2009 von der EU erlassene Handelsverbot für Robbenfelle den Markt faktisch zum Erliegen – mit katastrophalen Auswirkungen für die Inuit-Gemeinschaften. Die Inuk-Regisseurin und Aktivistin Alethea Arnaquq-Baril gibt ihrer Bewegung eine Stimme. Mithilfe von Film und Social Media und unter Einbindung der jungen Generation problematisiert sie westliche Vorurteile rund um die Robbenjagd der Inuit. Sie zeigt auf, wie Handelsverbote die Existenzgrundlage ihres Volkes gefährden und verhindern, dass Inuit-Produktionsweisen als Teil der globalen Wirtschaft anerkannt werden.

Angry Inuk erlebte seine Weltpremiere auf dem Hot Docs Festival in Toronto und erhielt dort den begehrten Publikumspreis. Im Januar 2017 wurde der Film zudem auf Canada's Top Ten Film Festival mit dem People's Choice Award ausgezeichnet.

FILMSCORE

BECOMING ZLATAN

Regie: Fredrik Gertten, Magnus Gertten
Musik: Florencia Di Concilio
 


Wer hat Angst vor Zlatan Ibrahimović? Kein anderer Fußballspieler zeigt auf und jenseits des Platzes größere Dominanz. Sein Spiel basiert auf einer starken Physis, einer virtuosen Balltechnik und einer außergewöhnlichen beidfüßigen Schussstärke. Als Kind einer bosnisch-kroatischen Familie in einem Vorort von Malmö aufgewachsenen, wusste sich schon der junge Zlatan gegen Vorurteile und Gegner notfalls auch körperlich durchzusetzen. Fredrik Gertten begleitete ihn bereits als 19-Jährigen mit der Kamera und folgte seiner wechselhaften Karriere. Malmö FF, Ajax Amsterdam, Juventus Turin sind die Stationen des Weltklassespielers, der vor allem eines zu fürchten hat: sein großes Ego.

Becoming Zlatan wurde für den Europäischen Filmpreis 2016 nominiert.

dokfest-muenchen.de

FILMSCORE

DARK BLOOD

Regie: George Sluizer
Musik: Florencia Di Concilio
 


Boy, ein verwitweter junger Mann mit indianischen Wurzeln, lebt in einer durch Nukleartests verseuchten Wüste in den USA. Hier wartet er auf das Ende der Welt, umgeben von Voodoo-Puppen der Ureinwohner, die magische Kraft besitzen sollen. In dieses Refugium brechen unerwartet Harry und Buffy ein, die eine späte zweite Hochzeitsreise angetreten haben, um zu prüfen, ob ihre Ehe noch eine Zukunft hat. Als ihr Bentley streikt, bietet Boy seine Hilfe an. Doch dann beginnt er, die beiden wie Gefangene zu halten, weil er hofft, gemeinsam mit Buffy in eine bessere Welt hinüberwechseln zu können.

Nach dem plötzlichen Tod des Hauptdarstellers River Phoenix zehn Tage vor Abschluss der Dreharbeiten 1993 fiel das Filmmaterial zu Dark Blood an die Versicherung, die für den Drehabbruch aufkam. Jahre später konnte Regisseur George Sluizer das Material vor der endgültigen Vernichtung bewahren. Im Januar 2012 begann er mit der Endfertigung seines Films, wobei er sich entschloss, die fehlenden Szenen im Off aus dem Drehbuch vorzulesen. Sein Film ist ein existenzialistischer Spätwestern von suggestiver Kraft, die nicht zuletzt von der Präsenz seiner am Rande des Todes balancierenden Hauptfigur ausgeht.

Die Weltpremiere fand auf der Berlinale 2013 statt; in den USA erlebte der Film seine Premiere auf dem Miami International Film Festival.

Kinostart in Deutschland: 13. Juli 2017


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