Annette Gentz

Volker Bertelmann aka Hauschka

© Carsten Sander

Biografie

Als bevorzugtes Kompositionsinstrument dient dem international gefeierten Düsseldorfer Komponisten und Pianisten Volker Bertelmann alias Hauschka das Klavier, das er mit Metallteilen, Folien und anderen Objekten präpariert. Sie verursachen im Anspiel raschelnde oder metallische Störgeräusche, die den Einsatz von Zimbeln und elektronisch erzeugten Klängen vermuten lassen und den atmosphärisch dichten, rhythmusbasierten Kompositionen eine lyrische Qualität verleihen. Begleitet wird der Pianist bei seinen Auftritten und mittlerweile über fünfzehn Album-Einspielungen zum Teil von Gastmusikern wie u.a. Hilary Hahn, Adam Butler (Vert), John Convertino (Calexico), Samuli Kosminen (múm) und Stefan Schneider (MapstationTo Rococo Rot).

Zu Volker Bertelmanns Filmkompositionen gehören u.a. der gemeinsam mit Torsten G. Mauss komponierte Soundtrack für Lars Henning Jungs Film Höhere Gewalt und die Musik zu dem viel beachteten deutsch-israelischen Dokumentarfilm Schnee von Gestern (Regie: Yael Reuveny). Darüber hinaus schrieb er die Musik für die brasilianisch-deutsche Koproduktion Praia do Futuro (Regie: Karim Aïnouz), die im Wettbewerb der Berlinale 2014 ihre Weltpremiere erlebte und für den von Elijah Wood produzierten Film The Boy (Regie: Craig MacNeill) mit Premiere auf dem South by Southwest Festival. Zu seinen letzten Arbeiten im Filmbereich zählen die Vertonungen von Sönke Wortmanns Projekt DEUTSCHLAND. DEIN SELBSTPORTRÄT sowie die der US-Produktionen In Dubious Battle (Regie: James Franco) und Lion (Regie: Garth Davis). Der Soundtrack für Lion erhielt Nominierungen für den Golden Globe, den BAFTA Award und den Oscar 2017.

Ein langjähriger Kooperationspartner ist der Theaterregisseur Kevin Rittberger, dessen Stücke mit Bertelmanns Vertonungen (Puppen, Die Marquise von O.) anlässlich des europäischen Kulturstadtjahres 2010 bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen uraufgeführt und am Schauspiel Frankfurt zu sehen waren. Zu den jüngsten Bühnenarbeiten zählen Kooperationen mit den Choreographen und Tänzern Stephen Shropshire, Edivaldo Ernesto (Sasha Waltz & Guests) und Alexandra Waierstall. Bertelmanns letzte Musiktheaterkomposition (Die Ballade vom Fliegenden Holländer, Regie: Sebastian Baumgarten) wurde 2014 am Schauspielhaus Hamburg uraufgeführt. 

Seit einigen Jahren komponiert Volker Bertelmann auch Konzertmusik für Ensemble und Orchester wie das MDR Sinfonieorchester, das Folkwang Kammerorchester Essen, Solisten der Münchner Philharmoniker und des Kronos Quartetts.

In der Saison 2015 war Volker Bertelmann Artist in Residence des MDR Sinfonieorchesters unter der Leitung von Kristjan Järvi.

Diskografie

Solo

Hier finden Sie eine Auswahl von Hauschkas Veröffentlichungen.

What If, 2017
City Slang, Temporary Residence

A NDO CY, 2015
Temporary Residence

Abandoned City, 2014
City Slang

Foreign Landscapes, 2010
Label: Fat Cat 

Snowflakes & Car Wrecks, 2009
Label: Fat Cat

Ferndorf, 2008
Label: Fat Cat

Room To Expand, 2007
Label: Fat Cat

Versions Of The Prepared Piano – Remixes, 2007
Various Artists
Label: Karaoke Kalk

The Prepared Piano, 2005
Label: Karaoke Kalk

Substantial, 2004
Label: Karaoke Kalk

Band

Tonetraeger: „Wortbrot“, 2007
OST: Hauschka & Torsten Mauss
Label: Strawberry Kills

Music A.M.:
„Unwound From The Wood”, 2006
Produktion und Musik: Hauschka, Luke Sutherland, Stefan Schneider
Label: Quatermass

Music A.M.: „My City Glittered Like A Breaking Wave”, 2005
Produktion und Musik: Hauschka, Luke Sutherland, Stefan Schneider
Label: Quatermass

Music A.M.: „A Heart & Two Stars“, 2004
Produktion und Musik: Hauschka, Luke Sutherland, Stefan Schneider
Label: Quatermass

Tonetraeger: „This Is Not Here“, 2004
Produktion und Musik: Hauschka & Torsten Mauss
Label: Quatermass

Tonetraeger: „Spieleabend“, 2002
Produktion und Musik: Hauschka & Torsten Mauss
Label: Spinner Ace Records

Orchesterwerke

Materials, 2016
für präpariertes Klavier, Percussion, Streicher und Zuspielband
Kompositionsauftrag des Folkwang Kammerorchesters Essen

I Slag and Coke (Schlacke und Koks)
II Phase Transition 1 (Phasenübergang 1)
III Octenol (Oktanol)
IV Phase Transition 2 (Phasenübergang 2)
V Iron (Eisen)

Weltpremiere: 20. Januar 2017
Zeche Zollverein, Essen

Hauschka, Klavier
Kai Angermann, Percussion
WARPED TYPE - Andreas Huck, Roland Nebe, Visuals
Folkwang Kammerorchester Essen
Leitung: Johannes Klumpp


Kompositionsaufträge des mdr, Mitteldeutscher Rundfunk


Drowning, 2015
(múm und Hauschka)

I    - In Daylight (múm)
II   - In Rippling Ink (Hauschka)
III  - In a Bathtub on a Hilltop (múm)
IV  - In Your Flesh (Hauschka)
V   - In Anonymous Waves (múm)
VI  - In Hushed Decent (Hauschka)
VII - In Nightlight (múm)

Weltpremiere 27. Juni 2015
Gewandhaus Leipzig

Cascades, 2014
Orchesterwerk in 3 Sätzen, ca. 30 Minuten

Weltpremiere 20. Januar 2015
Gewandhaus Leipzig


1. Loss (für gemischten Chor)
2. From Ashes (für großes Orchester)
3. Perspective (für großes Orchester und gemischten Chor)

Hauschka: Klavier

MDR Rundfunkchor
MDR Sinfonieorchester
Leitung: Kristjan Järvi

Children

Weltpremiere 11. September 2014
Jazzfest Leipzig
MDR Sinfonieorchester
Dirigent Kristjan Järvi 


Madeira
Weltpremiere 11. September 2014
Jazzfest Leipzig
MDR Sinfonieorchester
Dirigent Kristjan Järvi

Penn Station
Weltpremiere 11. September 2014
Jazzfest Leipzig
MDR Sinfonieorchester
Dirigent Kristjan Järvi

Puppen
Weltpremiere 11. September 2014
Jazzfest Leipzig
MDR Sinfonieorchester
Dirigent Kristjan Järvi



Film

The Current War, 2017
Regie: Alfonso Gomez-Rejon

Gunpowder, 2017
Regie: J Blakeson

Melrose, 2017
Regie: Edward Berger

Hotel Mumbai, 2017
Regie: Anthony Maras

AlphaGo, 2017
Regie: Greg Kohs

Ashes in the Snow, 2017
Regie:
Marius Markevicius

In Dubious Battle, 2016
Regie: James Franco

Lion, 2016
Regie: Garth Davis
Nominierungen "Best Original Score": Golden Globe, BAFTA Award, Oscar

Tausend Arten, den Regen zu beschreiben, 2016
Regie: Isabel Prahl

Exodus - Where I Come From is Disappearing, 2016
Regie: Hank Levine

DEUTSCHLAND. DEIN SELBSTPORTRÄT, 2015
Regie: Sönke Wortmann

The Boy, 2015
Regie: Craig MacNeill

Praia do Futuro, 2014
Regie: Karim Aïnouz

Schnee von Gestern, 2014
Regie: Yael Reuveny

Horses, 2013
Regie: Stephanie Martin

Glück, 2012
Regie: Doris Dörrie

In Between a Kiss, 2009
Regie: Reza Rameri

Morgenrot, 2009
Regie: Jeff Desom

Höhere Gewalt, 2008
Regie: Lars Henning Jung

Bloksky, 2008
Regie: Jeff Desom,
Darsteller & Musik: Hauschka
Großer Preis des International Music Video Festival Museek, St. Petersburg

Wortbrot, 2007
Regie: Estelle Klawitter
Filmscore: Hauschka & Torsten Mauss

Vampyr – Der Traum des Allan Gray, 2007
Regie: Carl Theodor Dreyer
Stummfilm von 1932
Solo-Piano-Live-Begleitung

Theater

Die Ballade vom Fliegenden Holländer, 2014
Regie: Sebastian Baumgarten
nach Motiven von Hauff, Heine, Hudtwalcker, Fitzball, Marryat und Wagner
Deutsches Schauspielhaus Hamburg

Puppen, 2011
Regie: Kevin Rittberger
mit Stefan Schneider
Düsseldorfer Schauspielhaus

Die Marquise von O., 2010
Regie: Kevin Rittberger
Buchvorlage: Heinrich von Kleist
Ruhrfestspiele Recklinghausen

Wagner-Hörschule, 2006
Regie: Sebastian Baumgarten
Hebbel am Ufer, Berlin

Tanz

A City Seeking its Bodies, 2015
Choreographie: Alexandra Waierstall
Komposition und Piano: Hauschka
tanzhaus nrw

Hauschka & Edivaldo Ernesto:
An encounter of improvised music & dance, 2013
Piano und Electronics: Hauschka
Tanz: Edivaldo Ernesto
Radialsystem V Berlin (2013)
EXIT Festival International, MAC Créteil (2014)
Gdansk Dance Festival 2014
ZKM Karlsruhe (2014)

DanceWork Orange, 2009
Choreographie: Stephan Shropshire
Theater Augsburg

© Peter Gwiazda

ORCHESTERWERK

MATERIALS

Komposition: Volker Bertelmann
Auftragswerk des Folkwang Kammerorchesters Essen



Volker Bertelmanns Orchesterstück Materials für präpariertes Klavier, Percussion, Streicher und Zuspielband wurde vom Folkwang Kammerorchester Essen in Auftrag gegeben und am 20. Januar 2017 in der Zeche Zollverein uraufgeführt. In dem Werk, dessen fünf Sätze mit Slag and Coke, Phase Transition 1, Octenol, Phase Transition 2 und Iron überschrieben sind, reflektiert die Musik - in Anlehnung an den Ort der Uraufführung (die ehemals größte Steinkohlezeche der Welt und größte Zentralkokerei Europas) einen energetischen Verwandlungsprozess von Materie.

MATERIALS (2016)
für präpariertes Klavier, Percussion, Streicher und Zuspielband

Weltpremiere 20. Januar 2017, Zeche Zollverein Essem

I Slag and Coke (Schlacke und Koks)
II Phase Transition 1 (Phasenübergang 1)
III Octenol (Oktanol)
IV Phase Transition 2 (Phasenübergang 2)
V Iron (Eisen)

_____

Hauschka, Klavier
Kai Angermann, Percussion
WARPED TYPE - Andreas Huck, Roland Nebe, Visuals
Folkwang Kammerorchester Essen
Leitung: Johannes Klumpp

Weitere Termine:
15. Juni 2017 Festspielhaus Hellerau, mit dem MDR Sinfoniorchester

13. Juli 2017 Neue Meister Konzertreihe, Berlin, mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin




ORCHESTERWERK

CASCADES

Komposition: Volker Bertelmann
Auftragswerk des mdr, Mitteldeutscher Rundfunk




Das melancholische Grundgefühl des In-der-Schwebe-Seins, irgendwo unbestimmbar zwischen Verlust und Aufbruch, machte Hauschka in seinem bislang umfangreichsten Orchesterwerk „Cascades“ zum Thema. Bezeichnenderweise beginnt dieses Triptychon mit dem Ende. „Loss“, der Verlust, der Tod, steht hier am Anfang. Die Worte „Nothing left. I lost everything.“ entfaltet der Chor in zahllosen Wiederholungen zu einer weiten Fläche. Für den Mittelteil „Reset“ hat der Soundsucher Hauschka einen eisig kalten, kristallklaren Streicherklang gefunden. Das Schlusssatz „Perspective“ für Orchester und Chor ist dann alles andere als ein symphonisches Jubelfinale. Die Musik setzt hinter die optimistischen Worte des Textes „Now, now future’s coming“ ein Fragezeichen, der Chor verliert sich in unartikuliertem Gemurmel. „Somit ist ,Perspective‘ gleichzeitig der Anfang vom Verlust“, schreibt der Komponist dazu. Anfang und Ende fallen zusammen, ein weiterer Kreis schließt sich.

(Auszug aus einem Text des Musikpublizisten Ilja Stephan über Hauschkas Orchesterwerke)

CASCADES (2014, Orchesterwerk in 3 Sätzen)
Weltpremiere 20. Januar 2015, Gewandhaus Leipzig

1. Loss (für gemischten Chor)
2. From Ashes (für großes Orchester)
3. Perspective (für großes Orchester und gemischten Chor)

Hauschka: Klavier
MDR Rundfunkchor
MDR Sinfonieorchester
Leitung: Kristjan Järvi