Yael Reuveny

Biografie

Die aus Israel stammende Regisseurin Yael Reuveny studierte an der Sam Spiegel Film and Television School in Jerusalem. Während ihrer Studienzeit war Yael Reuveny in die Regie und Produktion diverser Filme involviert, die auf Festivals weltweit gezeigt wurden, darunter ihr Diplomfilm Kleine Miriam’l. Seit Abschluss ihres Studiums im Jahr 2005 führt Yael Reuveny Leben und Arbeit in Berlin fort.
 
Yael Reuvenys filmische Arbeit beinhaltet neben einigen Dokumentarfilmen, bei denen sie für das Jüdische Museum Berlin als Regisseurin und Produzentin fungierte auch die Videoinstallation Jerusalem Variations, die Teil der Ausstellung „My Name is Esperanza“ in Santander, Spanien war.
 
Ihr erster Dokumentarfilm Erzählungen vom Verlorenen (Toldot Ha’Menutzachim, 2009) entstand als Teil des Projekts A Triangle Dialogue, einer Kompilation aus fünf Dokumentarfilmen aus Israel, Polen und Deutschland, die vom Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen in Gesellschaft und Politik erzählen. Yael Reuvenys Beitrag zu diesem Projekt - der um die Suche nach dem im Holocaust verloren gegangenen Bruder ihrer Großmutter kreist - wurde u.a. mit dem Förderpreis der DEFA-Stiftung, dem Short Documentary Award des Filmfestivals Jerusalem und dem Discovery Award des Filmfestivals Cottbus ausgezeichnet. Erzählungen vom Verlorenen erzählt die Geschichte von Feivke, der zu Peter wurde. Der verschollen geglaubte Bruder der Großmutter der Regisseurin beschloss nach dem Zweiten Weltkrieg, sein Leben an einem Ort in Brandenburg fortzuführen, an dem er in einem Konzentrationslager interniert war. So wurde aus Feivke Schwarz „Peter Schwarz“ und seine Spuren verwischten sich.
 
Yael Reuveny lässt das Thema ihres halbstündigen Dokumentarfilms nicht ruhen, sondern vertieft es in ihrem aktuellen Film Schnee von Gestern / Farewell, Herr Schwarz, der persönlichen Geschichte der Regisseurin, die ihre der Emanzipation von der Vergangenheit dienenden Spurensuche fortsetzt und sich dabei auf einer Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Israel und Ostdeutschland, zwischen Opfern und Tätern des Holocaust wiederfindet. 

Filmografie

Schnee von Gestern, 2012
Buch und Regie: Yael Reuveny
Produktion: MADE IN GERMANY Filmproduktion
Co-Produktion: Black Sheep Filmproductions Tel Aviv, Channel 8 (Israel) WDR  
 
Erzählungen vom Verlorenen
(Toldot Ha'Menutzachim), 2009
Buch und Regie: Yael Reuveny
Produktion: MADE IN GERMANY Filmproduktion
Mit Unterstützung der Stiftung Zurückgeben

Auszeichnungen:
Anat Pirchi Award for Best Short Documentary, Jerusalem Film Festival
The Bnaya Zuckerman Award for Best Short Documentary, Jerusalem Jewish Film Festival 
dokumentART, Europäisches Dokumentarfilm Festival Neubrandenburg
Förderpreis der DEFA Stiftung + Discovery Award, Cottbus Film Festival
Special Mention, Docencourts - Lyon Film Festival
 
Jerusalem Variations, 2006
Videoinstallation für die Ausstellung "My Name is Esperanza" in Santander, Spanien

Kleine Miriaml, 2005
Regie: Yael Reuveny


DOKUMENTARFILM

SCHNEE VON GESTERN

Regie: Yael Reuveny

Kinostart in Deutschland: 10. April 2014

 


 
„Peter Schwarz“ liegt in Ostdeutschland begraben. Ein Kommunist ohne Religionszugehörigkeit. „Feiv’ke Schwarz“ wurde im Holocaust ermordet. Ein osteuropäischer Jude. Plötzlich soll Feiv'ke Schwarz dieser Peter Schwarz sein. Ein Mann, der nach der Beendigung des 2. Weltkrieges entschied, ausgerechnet in das Dorf zurückzukehren, in dem er im Konzentrationslager interniert war, der eine deutsche Frau heiratete und der mit den ehemaligen Aufsehern Fußball spielte.

In Schnee von gestern erzählt die Regisseurin Yael Reuveny die Geschichte von Peter Schwarz, dem verschollen geglaubten Bruder ihrer Großmutter. Dabei geht es auch um Reuveny, die wie viele junge Israelis ihrer Generation in Berlin lebt, obwohl dies von der älteren Generation als Affront gewertet wird. Sie wollen vor allem Spaß haben, die Vergangenheit glauben sie überwunden - schließlich haben sich die Zeiten ja geändert. Doch wie viele, muss auch die Regisseurin Yael Reuveny erkennen, dass die Vergangenheit stärker ist. Um sich endlich von dieser zu emanzipieren, macht sie sich auf die Suche nach den Spuren ihrer eigenen Familiengeschichte, um herauszufinden, dass alles anders ist. 


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