Boris Bojadzhiev

© Stefan Botev

Biografie

Boris Bojadzhiev zählt zu den vielversprechendsten jungen deutschen Filmkomponisten. Nach einem mit Auszeichnung abgeschlossenen Cellostudium am Richard-Strauss-Konservatorium in München studierte Boris Bojadzhiev Filmmusik an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. In dieser Zeit beschäftigte sich der Multiinstrumentalist intensiv mit dem Handwerk des Komponierens, nahm Kompositionen mit dem Filmorchester Babelsberg auf und schrieb zahlreiche Filmmusiken.

Im Anschluss an sein Studium vertonte Boris Bojadzhiev den vielfach ausgezeichneten Kinospielfilm und Debut-Langfilm Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel des Regisseurs Aron Lehmann. Bojadzhiev setzte die Zusammenarbeit mit Lehmann mit der Vertonung von Highway to Hellas fort, der seine Weltpremiere im Oktober 2015 auf dem Busan International Film Festival erlebte und dort mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Auch die Musik für das aktuelle Projekt des Regisseurs, die Tragikomödie Die letzte Sau mit Premiere auf dem Münchner Filmfest 2016, stammt aus der Feder von Boris Bojadzhiev.

Darüber hinaus schrieb Bojadzhiev die Musik zu dem Film Der zweite Mann (ZDF: Das kleine Fernsehspiel, Regie: Philip Nauck) und vertonte den 1925 gedrehten Dokumentarfilms Stadt der Millionen (im Auftrag des Filmmuseums Potsdam und ARTE Edition) neu. Zu seinen letzten Arbeiten gehören die Filmmusik für den letzten Bodensee-Tatort Wofür es sich zu leben lohnt (Regie: Aelrun Goette) und für Tempel, die erste Dramaserie des Digitalsenders ZDFneo (Regie: Philipp Leinemann).

Für seine Musik zu Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel wurde Boris Bojadzhiev 2014 für den Deutschen Filmmusikpreis in der Kategorie Beste Musik im Film nominiert.

Film

Tempel, 2016
Regie: Philipp Leinemann
TV Serie ZDFneo

Tatort: Wofür es sich zu leben lohnt, 2016

Regie: Aelrun Goette


Die letzte Sau, 2015/16
Regie: Aron Lehmann
Spielfilm 

Highway to Hellas, 2015
Regie: Aron Lehmann
Spielfilm

Stadt der Millionen, 2014
Regie: Adolf Trotz (1925)
Neuvertonung Musik: Boris Bojadzhiev und Bowen Liu
Dokumentarfilm

Der zweite Mann, 2013
Regie: Philip Nauck und Christopher Lenke
Spielfilm

#STOP, 2012
Regie: Sergio Barrejón
Kurzfilm

Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel, 2012
Regie: Aron Lehmann
Spielfilm

Mondwärts, 2010
Regie: Aron Lehmann
Kurzfilm

Straight, 2007
Regie: Nicolas Flessa
Spielfilm

Wen hat Mama umgebracht?, 2011
Regie: Tim Steffan
Serienpilot

Ich lieb Dich nicht, wenn Du mich liebst, 2009
Regie: Nicolas Flessa
Spielfilm

Freie Wale, 2008
Regie: Josephine Frydetzki
Kurzfilm

FILMMUSIK

TATORT - WOFÜR ES SICH ZU LEBEN LOHNT

Regie: Aelrun Goette
Musik: Boris Bojadzhiev



Ein sterbender Mann in einer Barke auf dem Bodensee, blutend aus zahllosen Wunden. Ein Giftmord und eine lustige Witwe. Eine Frau, die einmal jung und wild war und jetzt so still wie gefährlich ist. Eine verschworene Schwesternschaft in einem verwunschenen Garten. Ein Land, das aus den Fugen ist. Und in Bangladesch brennt schon wieder eine Fabrik.

Seltsam und verrätselt sind die Fälle, mit denen Klara Blum, Kai Perlmann und Matteo Lüthi befasst sind, doch ob sie zusammenhängen, wird vielleicht niemand je erfahren. Es geht um das Wesen der Welt und die Zigarette davor, es geht um den Sturz von Königen und das Recht der Schwächeren, es geht ums Ganze und es geht Klara ans Herz. Am Ende ist alles anders und nichts entschieden. Nur der Abschied.

Mit Hanna Schygulla, Irm Hermann und Margit Carstensen u.a.

Quelle: swr.de

FILMMUSIK

TEMPEL

Regie: Philipp Leinemann
Musik: Boris Bojadzhiev



Altenpfleger Mark Tempel (Ken Duken) lebt mit seiner Frau Sandra (Chiara Schoras), die seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, und der gemeinsamen Tochter Juni (Michelle Barthel) im Berliner Wedding. Die Tempels fühlen sich wohl in ihrem Kiez, ihrer Heimat. Doch das Viertel verändert sich rasant.

Als die Immobilienmafia auch die Tempels massiv unter Druck setzt und dabei auch vor drastischen Bedrohungen nicht zurückschreckt, hat Mark genug: Genug der Ohnmacht, genug des Aushaltens.

Er kontaktiert seine alten Bekannten aus der Boxerszene und nimmt den Kampf gegen die Immobilienmafia auf. Ohne es zu merken verstrickt er sich dabei immer tiefer in das kleinkriminelle Milieu, dem er eigentlich vor Jahren den Rücken gekehrt hatte.

Erzählt wird die Geschichte eines Doppellebens zwischen Familie, Unterwelt und den Mächtigen, aber auch die Geschichte einer wachsenden Entfremdung von zwei Menschen, die sich lieben. Mark kämpft um sein Recht, sein Selbstverständnis und merkt dabei, wie verführerisch Macht und Geld sein können – das er braucht: für die Wohnung, für seine Frau Sandra und für seine Tochter Juni.

Tempel besteht aus sechs Folgen à 30 Minuten.

Quelle: zdf.de

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