Erdem Helvacioglu

© Tunc Aras

Biografie

Erdem Helvacioglu zählt zu den renommiertesten Komponisten zeitgenössischer elektronischer Musik in der Türkei. Er ist Musiker, Produzent, Komponist und Klangkünstler und sein Schaffen ist so mannigfaltig wie die Liste seiner Kollaborationen: So arbeitete er u.a. mit Künstlern wie Mick Karn, John Wilson, Ros Brandt, Jacob Young, Craig Green, Saadet Turko und Ulrich Mertin zusammen. Neben elektroakustischen Werken komponiert Helvacioglu für Theater-, Film- und Multimedia-Produktionen. Ausgezeichnet wurde Erdem Helvacioglu bei zahlreichen Wettbewerben, darunter Luigi Russolo, MUSICA NOVA und Insulae Electronicae Electroacustic Competititon. WIRE lobte sein Debutalbum A Walk Through The Bazaar (Locust Music) als „herausragend” und seine neueste Filmmusik zu Melisa Önels Film Seaburners, der auf der Berlinale 2014 seine Weltpremiere erlebte,  wurde vom Hollywood Reporter als „outstanding soundwork“ bezeichnet.

Erdem Helvacioglus Soundinstallationen wurden auf der 10. Istanbul Biennale, in der Track 16 Galerie in Los Angeles, der Soemardja Galerie in Bandung, Indonesien und der London Menier Gallery gezeigt und seine Kompositionen für Film liefen auf Festivals in Cannes, Sarajevo, Locarno, Seoul, Sao Paulo, Sydney und Berlin.

Kompositionsaufträge erhielt Erdem Helvacioglu u.a. von Thyssen-Bornemisza Contemporary TBA21, The Association for the Art of the Harp, dem Novelum Contemporary Music Festival, der Istanbul Biennale, der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, dem Borusan Center for Culture & Arts und MUCEM Marseille, wo sein Soundscape of the City-Projekt unter dem Titel Marseille écoute Marseille erstmals realisiert wurde.

Erdem Helvacioglu lebt in Istanbul und New York, wo einer seiner Auftritte - sein Konzert mit dem syrischen Klarinettisten Kinan Azmeh - als eines der herausragenden Konzerte des Jahres 2016 gepriesen wurde.

Spielfilm

Coastliners (Kiyidakiler), 2016
Regie: Erdem Tepegöz, Barış Pirhasan, Alphan Eşeli, Melisa Önel, Ramin Matin
Musik: Erdem Helvacioglu und Ros Bandt

Seaburners, 2014
Regie: Melisa Önel

The Grenadines Road, 2012
Regie: Bozkurt Palanduz

Overdrive, 2011
Regie: Aslihan Bozkurt

Yuregimde Olum Var, 2008
Regie: Hakan Dursun

Racines, 2008
Regie: Eileen Hofner

Lifeguard Istanbul, 2007
Regie: Bozkurt Palanduz

Bir Fotoğrafçin Monotomisi, 2006
Regie: Tarik Aktaş

Poyraz, 2006
Regie: Belma Baş
Cannes Film Festival Official Selection

The Black Sea Files, 2005
Regie: Ursula Biemann

Ohrmong, 2005
Regie: Stefan Bauer

Dance of Fire, 2004
Regie: Reuben de Lautour

Fasulye, 2000
Regie: Bora Tekay

Dokumentarfilm

In Between Nowhere, 2016
Regie: Aslihan Unaldi

Telekom, 2006
Regie: Haşmet Topaloğlu

Tefken, 2006
Regie: Aladdin Pojhan

Sarinin Üzerine Siyah, 2004
Regie: Haşmet Topaloğlu


FILMMUSIK

OUTSKIRTS (Hinterlant)

Regie: Sinan Kesova
Musik: Erdem Helvacioglu


Der Verkauf eines geerbten Hauses führt zwischen Cigdem und Kerim, einem Paar Ende dreißig zu Spannungen, die an der Tochter nicht spurlos vorbeigehen.

Premiere: Istanbul Film Festival, 11. April 2017

Auszeichnung mit dem FIPRESCI-Preis in der Kategorie Nationaler Kurzfilmwettbewerb

Hinterland wird im August im Rahmen des Competition Programme - Short Film auf dem Sarajevo Film Festival gezeigt.

FILMMUSIK

SEABURNERS (Kumun Tadi)

Regie: Melisa Önel
Musik: Erdem Helvacioglu
2014


Eine winterlich raue Szenerie an der türkischen Schwarzmeerküste. Denise, eine Botanikerin aus dem Ausland, hat es zu Forschungszwecken hierher verschlagen. Stoisch stapft sie durch kniehohes Wasser zu dem abgelegenen Ort, an dem sie lokale Pflanzen züchtet. Genauso unbeirrt und furchtlos sucht sie nachts die einsam gelegene Hütte auf, in der sie sich mit ihrem Liebhaber Hamit trifft. Der ist ein Habenichts, den lediglich ein gescheiterter Versuch, eine Existenz im Ausland aufzubauen, in dieser desolaten Gegend hält. Und die Beziehung zu Denise. Ein Dilemma – denn Hamit muss vor ihr verbergen, dass er als Menschenschmuggler davon lebt, anderen zur Flucht nach Europa zu verhelfen; Denise jedoch ist sein rätselhaftes Verhalten leid. Als sie in ihre Heimat zurückbeordert wird und ein Auftrag Hamits aus dem Ruder läuft, trifft er eine Entscheidung, die in einer Katastrophe endet.

Elliptisch und nicht linear erzählt, belässt Melisa Önels eindringliches Debüt vieles im Dunklen – im wahrsten Sinne des Wortes. Den beeindruckenden, düsteren Bildern entspricht eine wenig hoffnungsvolle und solidarische Welt, in der ein innerer Zustand der Unbehaustheit vorherrscht.

 

(Quelle: www.berlinale.de)

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