Karsten Fundal

Biografie

Karsten Fundal gehört zu den gefragtesten Komponisten seiner Generation in Dänemark. Das wachsende internationale Interesse an seiner Arbeit schlug sich in den vergangenen Jahren in einer Vielzahl von Filmkompositionen (sowohl für den Dokumentarfilm wie für den Spielfilm) als auch im Orchesterbereich nieder.

Im Jahr 2006 wurde Karsten Fundal für seine Musik zu Peter Schönau-Fogs Film The Art of Crying mit dem renommierten Robert (dem Preis der Dänischen Filmakademie) ausgezeichnet, im Jahr darauf schloss er die Arbeit an der bis dato teuersten skandinavischen Produktion aller Zeiten Tage des Zorns (Flammen og Citronen, Regie: Ole Christian Madsen) ab, die ihm eine Nominierung für den Dänischen Filmpreis einbrachte. Es folgten Soundtracks zu Filmen wie dem finnischen Dokumentarfilm Canned Dreams (Katja Gauriloff), für den Karsten Fundal den Jussi Award 2013 erhielt und den dänischen Spielfilm Excuse Me (Henrik Ruben-Genz). Joshua Oppenheimers viel beachteter und für den Oscar 2014 nominierter Dokumentarfilm The Act of Killing, für den Fundal die Musik beisteuerte, wurde mit dem Europäischen Filmpreis 2013, dem BAFTA 2014 und einer Vielzahl weiterer Preise bedacht. Daneben vertonte Fundal Michael Madsens Beitrag (Halden) zu dem 3D-Dokumentarfilmprojekt Kathedralen der Kultur, der seine Weltpremiere auf der Berlinale 2014 feierte, schrieb die Musik zu Madsens Dokumentarfilm The Visit (Premiere Sundance 2015), zu Jeppe Røndes Film Bridgend (Premiere Rotterdam Film Festival 2015) und Fúsi (Virgin Mountain) des isländischen Regisseurs Dagur Kári (Premiere Berlinale 2015, Gewinner des Nordic Council Film Prize 2015) sowie zu dem neuesten Dokumentarfilm von Johan Grimonprez, The Shadow World (ausgezeichnet mit dem flämischen Filmpreis ENSOR). Zu seinen letzten Arbeiten gehören die Soundtracks zu Andrei Nekrasovs letztem Film, Lise Birk Pedersens Dokumentarfilm Tutti A Casa - Power to the People? sowie der in Sundance und Kopenhagen ausgezeichnete Dokumentarfilm Last Men in Aleppo (Regie: Feras Fayyad). Im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig 2017 war Karsten Fundal mit seinem Score zu Ai Weiweis Dokumentarfilm Human Flow vertreten.

Fundal hat Komposition bei Hans Abrahamsen, Ib Nørholm, Karl Aage Rasmussen und Per Nørgård studiert. Ein Treffen mit Nigel Osborne und insbesondere Morton Feldman im Jahr 1986 in Dartington hat Karsten Fundal nachhaltig beeinflusst. In den Jahren 1987-88 studierte er Komposition bei Louis Andriessen in den Niederlanden.

Seine Konzertmusik umfasst zahlreiche Werke, die er im Auftrag der großen Symphonieorchester und bedeutender Ensembles in Dänemark geschrieben hat. Darüberhinaus arbeitet Karsten Fundal seit einiger Zeit mit Indie-Bands wie Efterklang, Choir of Young Believers, Oh-land und dem DJ-Kollektiv Den Sorte Skole zusammen. Fundals letztes Opernprojekt mit Efterklang (Leaves - The Colour of Falling) wurde auf dem Copenhagen Opera Festival 2015 uraufgeführt, erhielt den Carl Prisen 2016 und war für den Reumert in der Kategorie Oper des Jahres nominiert.

Film

Human Flow, 2017
Regie: Ai Weiwei
Dokumentarfilm

Last Men in Aleppo, 2017
Regie: Feras Fayyad, Steen Johannessen
Dokumentarfilm
Grand Jury Prize: World Cinema Documentary, Sundance 2017

No Regrets, 2016
Regie: Sun Hee Engelstoft
Dokumentarfilm

TUTTI A CASA - Power to the People?, 2016
Regie: Lise Birk Pedersen
Dokumentarfilm

The Magnitsky Act - Behind the Scenes, 2016
Regie: Andrei Nekrasov
Dokumentarfilm

The Shadow World, 2015
Regie: Johan Grimonprez
Dokumentarfilm

The Visit, 2015
Regie: Michael Madsen
Dokumentarfilm

Fúsi (Virgin Mountain), 2015
Regie: Dagur Kári
Spielfilm

Bridgend, 2015
Regie: Jeppe Ronde
Dokumentarfilm

Dannys Dommedag, 2014
Regie: Martin Barnewitz
Spielfilm

Son, 2014
Regie: Kristoffer Kiørboe
Kurzfilm

Halden Prison (Kathedralen der Kultur), 2014
Regie: Michael Madsen
Dokumentarfilm

The Act of Killing, 2012
Regie: Joshua Oppenheimer
Dokumentarfilm

Canned Dreams, 2011
Regie: Katja Gauriloff
Dokumentarfilm

Excuse Me, 2011
Regie: Henrik Ruben Genz
Spielfilm

Julie, 2011
Regie: Linda Wendel
Spielfilm

Into Eternity, 2010
Regie: Michael Madsen
Dokumentarfilm

Blekingegadebanden, 2009
Regie: Jacob Thuesen
Dänische Fernsehserie

Storm in my Heart (Lernanger), 2009
Regie: Pål Jackman
Spielfilm

Tage des Zorns (Flammen og Citronen), 2008
Regie: Ole Christian Madsen
Spielfilm

The Art of Crying (Kunsten at græde i kor), 2006
Regie: Peter Schønau Fog
Spielfilm

A Short Film about Faith, 2005
Regie: Nikolai Østergård

Michael, 2003
Regie: T.H. Dreyer (1924)
Orchester-Soundtrack für Stummfilm

Auszeichnungen

Carl Prisen (gemeinsam mit Efterklang), 2016
Danish Music Publishers' Association

Jussi
Finnische Filmakademie, 2012

Haakon Boerresen Award, 2009

Robert
Dänische Filmakademie, 2007

Stipendium Danish National Arts Council, 2005

Queen Ingrid Memorial Award, 2005

Carl Nielsen Preis, 2005

Hvass Foundation’s Artist Grant, 1995

Preis der Dänischen Komponistenvereinigung, 1995

Wilhelm Hansen Composer Award, 1994

Courtesy of Participant Media and AC Films

FILMMUSIK

HUMAN FLOW

Regie: Ai Weiwei
Musik: Karsten Fundal


Human Flow ist eine sehr persönliche Reise, es ist ein Versuch zu verstehen, was es heute heißt, ein Mensch zu sein. Der Film ist mit der tiefen Überzeugung entstanden, dass die Menschenrechte zählen. In dieser Zeit der Unsicherheit brauchen wir mehr Toleranz, Mitgefühl und gegenseitiges Vertrauen, weil wir alle eins sind. Wenn wir das nicht erkennen, wird sich die Menschheit einer noch größeren Krise gegenübersehen." (Regisseur Ai Weiwei)

Der Film Human Flow wurde von insgesamt 25 Film-Crews in Afghanistan, Bangladesch, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Ungarn, Irak, Israel, Italien, Jordanien, Kenia, Libanon, Mazedonien, Malaysia, Mexiko, Pakistan, Palästina, Serbien, Schweiz, Syrien, Thailand und in der Türkei gedreht. Ai Weiwei fängt das massive und schockierende Ausmaß der globalen Migrationskrise mit diesem epischen Film auf künstlerische Weise ein, indem er die Notlage der derzeit 65 Millionen Menschen porträtiert, die gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten – so viele wie niemals zuvor.

Weltpremiere: Internationale Filmfestspiele Venedig 2017
Kinostart USA: 13. Oktober 2017
Kinostart Deutschland: 16. November 2017

 

FILMMUSIK

LAST MEN IN ALEPPO

Regie: Feras Fayyad, Steen Johannessen
Musik: Karsten Fundal


Das Schicksal der syrischen Stadt Aleppo beherrscht seit Beginn des Bürgerkrieges im Juli 2012 weltweit die Nachrichten. Fünf Jahre lang stand die Stadt unter Beschuss der Rebellenarmee und der Regierungstruppen. Nach Schätzungen der UNO waren mehr als 300.000 Menschen in der Stadt eingeschlossen. Humanitäre Hilfe von Außen erreichte die Bürger wegen der andauernden Kampfhandlungen selten. Hilfe musste von Innen kommen.
Die Filmemacher begleiteten fast zwei Jahre lang bis Herbst 2016 drei Männer der zivilen Hilfsorganisation „Weißhelme“ bei ihren Rettungsversuchen in den Trümmern von Aleppo. Täglich kämpfen die Helfer ums Überleben und um ein Stück Menschlichkeit dort, wo der Krieg zur Norm geworden ist.

Last Men in Aleppo feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb des Sundance Film Festivals, gewann dort in der Kategorie World Cinema Documentary den Hauptpreis und setzte sich im Wettbewerb des Kopenhagener Festivals CPH:DOX durch.

„Eindrucksvoll… überwältigend… außerordentlich.“ (The Hollywood Reporter)

„Ein harter, aber notwendiger Film.“ (ScreenDaily)

 

FILMMUSIK

TUTTI A CASA - POWER TO THE PEOPLE?

Regie: Lise Birk Pedersen
Musik: Karsten Fundal


In vielen westlichen Demokratien sinkt das Vertrauen der Bevölkerung in die Politiker während populistische Bewegungen an Zulauf gewinnen. In Italien erlangte die 2009 von dem Komiker Beppe Grillo gegründete Protestinitiative Movimento wenige Jahre nach ihrer Gründung 25% der Wählerstimmen und schickte 163 neue und gänzlich unerfahrene Senatoren ins Parlament. Was passiert, wenn politische Ideale auf parlamentarische Realität treffen? Diese Frage stellt der aktuelle Dokumentarfilm von Lise Birk Pedersen (Putins Kuss) und begleitet das demokratische Experiment.

 

FILMMUSIK

VIRGIN MOUNTAIN

Regie: Dagur Kári
Musik: Karsten Fundal


Der herzensgute Mittvierziger Fúsi ist zwar längst kein Kind mehr, aber deswegen trotzdem noch lange nicht wirklich erwachsen. Er lebt nach wie vor bei seiner Mutter, hatte noch nie eine Freundin und in seiner Freizeit widmet er sich am liebsten Spielzeugsoldaten und ferngesteuerten Autos. Doch sein von ewiger Routine und hämischen Kommentaren seiner Arbeitskollegen geprägtes Einzelgängerleben wird bald schon auf den Kopf gestellt. Erst freundet er sich mit dem neuen Nachbarsmädchen an, dann bringt ein nicht ganz freiwillig besuchter Tanzkurs noch viel größere Veränderungen mit sich. Dort lernt er die ebenso attraktive wie liebenswürdige Sjöfn kennen, die in ihm vollkommen neue Gefühle auslöst. Doch die zarte Liebe, die sich zwischen den beiden anzubahnen scheint, hält ungeahnte Überraschungen und Komplikationen bereit. Jetzt ist es an Fúsi, aus seinem Trott auszubrechen und endlich der Welt zu zeigen, was in ihm steckt.

 

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