Dascha Dauenhauer

© Alena Schmick

Biografie

Dascha Dauenhauer, Preisträgerin des Europäischen Filmpreises, begann im Alter von fünf Jahren Klavier zu spielen und nahm kurz darauf Piano- und Kompositionsunterricht. Vertieft wurde ihre musikalische Ausbildung in Berlin, wo sie früh schon eine Vielzahl eigener Werke komponierte, darunter Kammermusik und solistische Werke. Ihr Orchesterwerk „Sinfonietta“ wurde 2004 in der Berliner Philharmonie uraufgeführt.

Dascha Dauenhauer studierte Klavier an der Hochschule für Musik Hanns Eisler, erwarb an der Universität der Künste Berlin ein Musiktheorie-Diplom und den Master Filmmusik an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Sie hat als Komponistin und Produzentin an einer Vielzahl von Kinoproduktionen gearbeitet und ihre Arbeiten werden international auf Filmfestivals gezeigt.

Jibril (Regie Henrika Kull) erlebte seine Premiere 2018 auf der Berlinale, wie auch Burhan Qurbanis vielfach ausgezeichneter Film Berlin Alexanderplatz (2020). Love Me, Fear Me (Regie Veronica Solomon) war für den Student Academy Award nominiert und eines von Dauenhauers letzten Projekten – Kornél Mundruczós Film Evolution – feierte seine Weltpremiere bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen von Cannes.

2018 wurde Dascha Dauenhauer drei Mal für den Deutschen Filmmusikpreis nominiert und gewann zweifach: in den Kategorien „Nachwuchs“ und „Beste Musik in einem Kurzfilm“. 2020 erhielt sie für Berlin Alexanderplatz den Deutschen Filmpreis sowie den Europäischen Filmpreis für die Beste Filmmusik.

Film

Der Schwarm, 2022-
Regie: Barbara Eder, Luke Watson
TV-Serie (6 Episoden)

Souls, 2022
Regie: div.
TV-Serie (8 Episoden)

Evolution, 2021
Regie: Kornél Mundruczó
Spielfilm
Weltpremiere Internationale Filmfestspiele von Cannes 2021

Blood Red Sky, 2021
Regie: Peter Torwarth
Spielfilm
Weltpremiere: Filmfest München 2021

Glück (Bliss), 2021
Regie: Henrika Kull
Spielfilm

The Case You, 2020
Regie: Alison Kuhn
Dokumentarfilm
Max Ophüls Preis: Beste Musik in einem Dokumentarfilm 2021

Berlin Alexanderplatz, 2020
Regie: Burhan Qurbani
Spielfilm
Europäischer Filmpreis Beste Filmmusik 2020
Deutscher Filmpreis Beste Filmmusik 2020
World Soundtrack Awards - Nominierung Discovery of the Year 2020
Preis der Deutschen Filmkritik - Beste Musik 2021

Have a Nice Dog, 2020
Regie: Jalal Maghout
Animation

Julka und Julie, 2020
Regie: Gloria Stern
Kurzspielfilm

Lovemobil, 2019
Regie: Elke Lehrenkrauss
Dokumentarfilm
Moscow International Documentary Film Festival - Best Sound 2020

Interstate 8, 2019
Regie: Anne Thieme
Kurzfilm

Adelheid, Kornelius und die Töde, 2019
Regie: Kirstin Schmitt
Dokumentarfilm

Über das Ende Hinaus, 2018
Regie: Gloria Stern
Kurzfilm

Ekstase, 2018
Regie: Marion Kellmann
Experimentalfilm

Hotel Exil, 2018
Regie: Burhan Qurbani
Kurzfilm

Jibril, 2018
Regie: Henrika Kull
Spielfilm

Kindsein – Ich sehe was, was Du nicht siehst, 2018
Regie: Lilian Nix
Dokumentarfilm
Max Ophüls Preis: Beste Musik in einem Dokumentarfilm 2018

Holger, 2017
Regie: Pavel Mozhar
Kurzfilm

Monday – A German Love Story, 2017
Regie: Veronica Solomon
Animierter Kurzfilm

Tanz den Untergang mit mir, 2017
Regie: Jan Ruzicka
Kurzfilm

Love Me, Fear Me, 2017
Regie: Veronica Solomon
Deutscher Filmmusikpreis - Beste Musik im Kurzfilm 2018

Skywriters, 2016
Regie: Nils Otte
Dokumentarfilm

Shlomi and Mazy, 2016
Regie: Leonhard Hofmann
Kurz-Dokumentarfilm

Umut, 2015
Regie: David Groß
Kurzfilm

© 2021 Match Factory Productions, Proton Cinema

FILMKOMPOSITION

EVOLUTION

Regie: Kornél Mundruczó
Musik: Dascha Dauenhauer

Großmutter, Mutter und Sohn, gleichzeitig Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Eine Geschichte, die tief in die psychologischen Untiefen des Holocaust, des Traumas, der persönlichen Identifikation und schlussendlich des wachsenden Antisemitismus in einer scheinbar liberalen Gesellschaft eindringt.

Weltpremiere: Internationale Filmfestspiele von Cannes 2021

FILMKOMPOSITION

BERLIN ALEXANDERPLATZ

Regie: Burhan Qurbani
Musik: Dascha Dauenhauer

Francis hat die Flucht aus Westafrika überlebt. Als er an einem Strand im Süden Europas erwacht, ist er entschlossen, von nun an ein geregeltes, anständiges Leben zu führen. Doch das Berlin von heute, in dem er landet, geht mit dem Staatenlosen ohne Arbeitserlaubnis nicht weniger erbarmungslos um, als es Lohnarbeiter Franz Biberkopf in Döblins Klassiker der deutschen Literatur erlebt hat. Und so widersetzt sich Francis zunächst zwar dem Angebot, in der Hasenheide mit Drogen zu dealen, gerät aber in den Einflussbereich von Reinhold, seinem neurotischen, sexsüchtigen Kumpel und Quartiergeber. Als Francis die Clubbesitzerin Eva und – einige einschneidende Erlebnisse später – das Escort-Girl Mieze kennenlernt, scheint er erstmals etwas zu verspüren, das er bisher nicht kannte und das besonders Reinhold ihm nicht gönnt: ein wenig Glück. Wie seine literarische Vorlage handelt auch der zeitgenössische Berlin Alexanderplatz von Gesellschaft und Außenseitertum, Wunsch und Travestie. Fassbinders Version nicht unähnlich, ist Qurbanis Epos eine düstere Reise durch die „dunkle Nacht der Seele“ – und nicht zuletzt durch ein atmosphärisch authentisch eingefangenes Exil: Berlin.

Für ihre Musik zu Berlin Alexanderplatz wurde Dascha Dauenhauer ausgezeichnet mit:

Europäischer Filmpreis Beste Filmmusik 2020
Deutscher Filmpreis Beste Filmmusik 2020
World Soundtrack Awards - Nominierung Discovery of the Year 2020
Preis der Deutschen Filmkritik - Beste Musik 2021