Gregor Keienburg

© Sven Grunewald

Biografie

Gregor Keienburgs Arbeit als Musiker ist von großer Neugier und einem grundlegenden Interesse an Allem, was Geräusche produziert, geprägt. Seine Stücke umfassen Musik für Tanz, Theater, Film, Streichquartett und elektronische Musik. Ein häufiges Thema seiner Musik ist die Suche nach dem Grenzbereich im Übergang vom Geräusch zum Klang.

Gregor Keienburg studierte Gitarre bei Roberto Aussel an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Als Komponist, Orchestrator und Produzent arbeitete Gregor Keienburg an zahlreichen internationalen Film- und Fernsehproduktionen, darunter Patrick Melrose (Regie: Edward Berger, Showtime 2018), Als Hitler das Rosa Kaninchen Stahl (Regie: Caroline Link, 2019), Ammonite (Regie: Francis Lee, 2020) und Stowaway (Regie: Joe Penna, 2021). Außerdem komponiert er Musik für verschiedene Theaterprojekte wie Camouflage (Pumpenhaus Münster 2018) und GAIA (Ruhrfestspiele 2022).

Zu seinen letzten Filmkompositionen zählen die Musik für Martin Hawies und Laura Harwarths Spielfilm Die Zukunft ist ein einsamer Ort sowie für den Kinodokumentarfilm Les Suppliciés/ The Lost Souls Of Syria (R: Stéphane Malterre, 2022).

Film

Die Gefolterten (The Lost Souls of Syria), 2021
Regie: Stéphane Malterre
Drehbuch: Stéphane Malterre & Garance Le Caisne
Kinodokumentarfilm, ko-komponiert mit Raffael Seyfried

Pan Tau, 2020
Episoden 5+6
Regie: Franziska Meyer Price & Michael Zens
Kinderfernsehserie

Die Zukunft ist ein einsamer Ort, 2020
Regie: Laura Harwarth & Martin Hawie
Kinospielfilm
International Filmfestival Shanghai (IFFS) 2021
Rome International Film Festival (RIFF) 2021

Tatort - Gefangen, 2020
Regie: Isabel Prahl
ko-komponiert mit Volker Bertelmann

Toro, 2015
Regie: Martin Hawie
Drehbuch: Laura Harwarth & Martin Hawie
Kinospielfilm
Berlinale 2016 - Perspektive Deutsches Kino

Camille, 2013
Regie: Martin Hawie
Kinospielfilm

© Thibault Delavigne

MUSIK FÜR KINODOKUMENTARFILM

DIE GEFOLTERTEN (THE LOST SOULS OF SYRIA)

Regie: Stéphane Malterre
Drehbuch: Stéphane Malterre & Garance Le Caisne
Musik: Gregor Keienburg & Raffael Seyfried

27.000 Fotos von zu Tode gefolterten zivilen Gefangenen wurden von einem militärischen Überläufer mit dem Codenamen Caesar aus den Geheimarchiven des syrischen Regimes gestohlen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Beweise, aussagekräftiger als das, was man gegen die Nazis in Nürnberg in der Hand hatte. Trotzdem steht die internationale Justiz bei der Verfolgung des kriminellen Staates machtlos dar. Angehörige der Opfer, Aktivist*innen und Caesar geben nicht auf. Auf eigene Faust suchen sie vor nationalen Gerichten in Europa weiter nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Ihr Kampf um ihre über fünf Jahre aus beispielloser Nähe gefilmten Ermmittlungen werden schließlich zum ersten Prozess gegen hohe Beamte der syrischen Todesmaschinerie führen.

© Mathias Prause

FILMKOMPOSITION

DIE ZUKUNFT IST EIN EINSAMER ORT

Regie: Martin Hawie & Laura Harwarth
Musik: Gregor Keienburg

Der bisher unbescholtene Frank (Lucas Gregorowicz) überfällt einen Geldtransporter und stellt sich anschließend der Polizei. Im Gefängnis trifft er auf den ebenso skrupellosen wie misstrauischen Libanesen Fuad (Denis Moschitto), der von seinem Clan geschützt wird. Frank mischt sich in die Drogengeschäfte im Gefängnis ein und gerät dabei zwischen die beiden rivalisierenden Gruppen von deutschen und arabischstämmigen Insassen. Einzig zu Wärterin Susanna (Katharina Schüttler) baut Frank ein Vertrauensverhältnis auf – nicht ahnend, dass Susanna Teil von Fuads Geschäften ist und ein sexuelles Verhältnis mit ihm hat.  Was nur Frank weiß: Seine Frau Maren und sein Sohn Jonas starben in Folge eines Autounfalls. Fuad war der Fahrer des Tatwagens und beging Fahrerflucht, die ungesühnt blieb. Frank sinnt auf Rache.

© Brendan Uffelmann/ Kunsthochschule für Medien Köln

FILMKOMPOSITION

TORO

Regie: Martin Hawie
Drehbuch: Laura Harwarth & Martin Hawie
Musik: Gregor Keienburg

Eine ungleiche Freundschaft. Toro (25) ist ebenso diszipliniert wie verschlossen. Victor (29) dagegen ist ein leichtsinniger Träumer, der mehr oder weniger haltlos durchs Leben schliddert. Beide verdienen ihr Geld in der Prostitution. Toro bedient Frauen, Victor Männer. Toro, der eigentlich Piotr heißt, ist vor zehn Jahren nach Deutschland gekommen. Er weiß, wofür er hier arbeitet: Er will in Polen eine Boxschule aufziehen. Bald wird er genügend Geld zusammen haben. Mitnehmen will er nichts, nur Victor, um mit ihm zusammen einen Neuanfang zu wagen. Victor kennt Toros Pläne, nimmt sie jedoch nicht weiter ernst, denn er ist viel zu sehr damit beschäftigt, sich seine Dealer, bei denen er Schulden hat, vom Leib zu halten.

Berlinale 2016, "Perspektive Deutsches Kino"