John Gürtler & Jan Miserre

Biografie

John Gürtler

John Gürtler ist ein in Berlin ansässiger, vielfach ausgezeichneter Komponist für Filmmusik. Er hat mehr als 40 Soundtracks geschrieben, produziert elektronische Musik, Songs und orchestrale Werke. Für seine Musik erhielt er unter anderem den Deutschen Filmmusikpreis 2014 ("Bester Song in einem Film"), den Deutschen Dokumentarfilmpreis (DOK.fest München 2015), den Camille Award 2021 (Best Electro-Acoustic Score) sowie den Europäischen Filmpreis für die Beste Musik 2019 für Systemsprenger (R: Nora Fingscheidt).

In London als Kind deutsch-portugiesischer Eltern aufgewachsen, studierte er nach Aufenthalten in den USA und Portugal an der Universität der Künste Berlin Saxophon. Nachdem der Multiinstrumentalist mit verschiedenen Bands und Orchestern international auf Tour war, widmete er sich der Komposition und studierte Filmmusik an der Filmakademie Baden-Württemberg.

In seinem Studio Paradox Paradise schreibt John Gürtler seitdem Musik - oft in Zusammenarbeit mit Künstlern der Berliner Musikszene und überwiegend mit seinem Ko-Komponisten und Produzenten Jan Miserre. Zu ihren gemeinsamen Filmprojekten zählen der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm Space Dogs, das deutsche TV-Drama Charité, Adern der Welt sowie A Mouthful of Air. Sein Studio dient als Raum für elektroakustische Improvisationen, in dem Gürtler sich von standardisierten Klängen fernhält mit dem Ziel, eine für jedes Projekt adäquate musikalische Sprache zu finden, anhand derer die Grenzen zwischen Filmmusik und Sounddesign verschwinden und ein eigenes Klangbild ergeben.

Unter dem Namen The Borderland State sind seine Remixe von Efdemin bei Dial Records erschienen; als Sollmann & Gürtler kehrte er zu seinen Wurzeln als experimenteller Improvisator und Producer zurück und mit der Komponistin Hannah von Hübbenet gründete er das Musikkollektiv Field Kit. John Gürtler ist Gastdozent für Musik und Sounddesign an der Filmakademie Baden-Württemberg, der Medienakademie Darmstadt und der Hochschule Düsseldorf.


Jan Miserre

Jan Miserre wuchs in Erlangen als Sohn eines Saxophonspielers auf und begegnete so schon früh Musikern wie Debussy, Coltrane und den Beatles. Mit vier Jahren begann er, Klavier zu lernen, gefolgt vom Schlagzeug. Bereits in jungen Jahren interpretierte Miserre Konzerte Neuer Musik und improvisierte als Mitglied zahlreicher Bands.

Nach Abschluss seines Jazzklavier-Studiums an der Universität der Künste Berlin bereiste er als Sideman und musikalischer Leiter zahlreicher Bands nahezu jeden Kontinent. Zudem arbeitete Jan Miserre an der Komposition und Produktion genreübergreifender Projekte mit. 2013 wurde er gemeinsam mit Torsten Goods in der Kategorie "New Talent" mit dem GEMA-Musikautorenpreis ausgezeichnet und erhielt einen Preis beim Instant Composing Contest des Filmfestivals Transatlantyk.

Film

Filmauswahl:

A Mouthful of Air, 2021
Regie: Amy Koppelman
Musik: John Gürtler & Jan Miserre
Spielfilm

A Pure Place, 2021
Regie: Nikias Chryssos
Musik: John Gürtler & Jan Miserre
Spielfilm

Les Enfants Terribles, 2021
Regie: Ahmet Necdet Cupur
Musik: John Gürtler & Jan Miserre
Dokumentarfilm
Special Jury Award Visions du Réel Nyon 2021

Niemand ist bei den Kälbern, 2021
Regie: Sabrina Sarabi
Musik: John Gürtler
Weltpremiere: Locarno 2021 (Concorso Cineasti del presente)
Spielfilm

Kids Run, 2020
Regie: Barbara Ott
Musik: John Gürtler, Jan Miserre & Lars Voges
Spielfilm

Adern der Welt, 2020
Regie: Byambasuren Davaa
Musik: John Gürtler & Jan Miserre
Spielfilm

Systemsprenger, 2019
Regie: Nora Fingscheidt
Musik: John Gürtler
Europäischer Filmpreis 2019 für die Beste Filmmusik
Camille Award 2021 Best Electro-Acoustic Score
Spielfilm

Space Dogs, 2019
Regie: Elsa Kremer & Levin Peter
Musik: John Gürtler & Jan Miserre
Dokumentarfilm

Charité - Staffel 2, 2019
Regie: Anno Saul
Musik: John Gürtler, Jan Miserre & Hannah von Hübbenet
TV Drama

Fig Tree, 2018
Regie: Alamork Davidian
Musik: John Gürtler & Jan Miserre
Spielfilm

The Cleaners, 2018
Regie: Hans Block & Moritz Riesewieck
Musik: John Gürtler, Jan Miserre & Lars Voges
Dokumentarfilm

Precrime, 2017
Regie: Monika Hielscher and Matthias Heeder
Musik: John Gürtler, Jan Miserre & Lars Voges
Dokumentarfilm

Without This World, 2017
Regie: Nora Fingscheidt
Musik: John Gürtler
Dokumentarfilm
Filmfestival Max Ophüls Preis 2017 - Gewinner Wettbewerb Dokumentarfilm

Liebling, lass die Hühner frei, 2017
Regie: Oliver Schmitz
Musik: John Gürtler, Jan Miserre, Lars Voges
TV Film

House Without Roof, 2016
Regie: Soleen Yusef
Musik: John Gürtler, Jan Miserre & Lars Voges
Spielfilm

Dog Soldiers, 2016
Regie: Lena Leonhardt
Musik: John Gürtler, Jan Miserre, Lars Voges
Dokumentarfilm

Eisen, 2015
Regie: Benjamin Kahlmeyer
Musik: John Gürtler & Jan Miserre
Kurzdokumentarfilm

Verfehlung (The Culpable), 2014
Regie: Gerd Schneider
Musik: John Gürtler & Jan Miserre
Spielfilm

Wintergast, 2014
Regie: Andy Herzog & Matthias Günther
Musik: John Gürtler & Jan Miserre
Spielfilm

Above and Below, 2014
Regie: Nicolas Steiner
Musik: John Gürtler, Jan Miserre & Lars Voges
Dokumentarischer Spielfilm

Majubs Reise, 2013
Regie: Eva Knopf
Musik: John Gürtler
Dokumentarfilm

Battle of the Queens, 2011
Regie: Nicolas Steiner
Musik: John Gürtler & Jan Miserre
Dokumentarfilm

Meanwhile in Mamelodi, 2011
Regie: Benjamin Kahlmeyer
Musik: John Gürtler & Jan Miserre
Dokumentarfilm

FILMKOMPOSITION

DIE ADERN DER WELT

Regie: Byambasuren Davaa
Musik: John Gürtler & Jan Miserre

„Der Geist der Berge existiert. Wenn du mit ganzem Herzen an ihn glaubst, wird er dir alle Kraft der Welt geben.“

Mitten in der der mongolischen Steppe wächst der elfjährige Amra in einer traditionellen Nomandengemeinschaft auf. Morgens wird er von seinem Vater in die Schule gefahren, abends hilft er, die Herde mit den Schafen und Ziegen zur Jurte zu treiben. Mit seinen gleichaltrigen Freunden schaut er YouTube-Videos und träumt davon bei Mongolia´s Got Talent aufzutreten. Daheim treffen sich die Erwachsenen, um über die Zukunft der Gemeinschaft zu beraten. Auf der Suche nach Gold bedrohen globale Bergbaukonzerne die Lebensgrundlage in der Steppe. Der unerwartete Tod des Vaters lässt Amras Träume den Ansprüchen der Realität weichen. Mit aller Macht und weit über seine Kräfte hinaus nimmt der Junge sich vor, dem Vermächtnis seines Vaters gerecht zu werden.

Weltpremiere Berlinale 2021
Offizieller Oscar-Beitrag 2021 der Mongolei
Vorauswahl Deutscher Filmpreis 2021 (Kategorie Kinderfilm)

© Peter Hartwig_Kineo_Weydemann Bros.

FILMKOMPOSITION

SYSTEMSPRENGER

Regie: Nora Fingscheidt
Musik: John Gürtler

Die neunjährige Benni (Helena Zengel), ein zartes Mädchen mit wilder Energie, ist das, was man im Jugendamt einen "Systemsprenger" nennt. Wo sie hinkommt, fliegt sie wieder raus – und legt es auch darauf an. Jugendamtsmitarbeiterin Frau Bafané (Gabriela M. Schmeide) versucht alles, um ein dauerhaftes Zuhause für die Neunjährige zu finden. Mithilfe von Anti-Gewalt-Trainer Micha (Albrecht Schuch) greift sie zu ungewöhnlichen Methoden. Aber Benni will nur eins: wieder bei Mama wohnen. Doch ihre Mutter Bianca (Lisa Hagmeister) hat Angst vor ihrer eigenen Tochter.

"European Original Score 2019" der European Film Academy
Premiere im Wettbewerbsprogramm der 69. Berlinale
Creative Energy Award (Nora Fingscheidt & Helena Zengel) & DBG Fimpreis des Publikums Internationales Filmfest Emden-Norderney
Golden Lynx FEST - New Directors New Films Festival
Grand Prize & Taiwan Critics Society Award 台北電影節 Taipei Film Festival
Best Feature Film Vukovar Film Festival
Grand Jury Prize & Special Mention Helena Zengel Drugi Sombor Film Fest
Transatlantyk Distribution Award from the audience Transatlantyk Festival

FILMKOMPOSITION

SPACE DOGS 

Regie: Elsa Kremser & Levin Peter
Musik: John Gürtler & Jan Miserre

Die streunende Hündin Laika wurde als erstes Lebewesen ins All geschickt – und damit in den sicheren Tod. Einer Legende nach kehrte sie als Geist zur Erde zurück und streift seither durch die Straßen von Moskau. Laikas Spuren folgend und aus Perspektive der Hunde gedreht, begleitet SPACE DOGS die Abenteuer ihrer Nachfahren: zweier Straßenhunde im heutigen Moskau. Deren Geschichte handelt von inniger Gefolgschaft, unerbittlicher Brutalität und schließlich von ihrem Blick auf uns Menschen. Verwoben mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial aus der Ära der sowjetischen Raumfahrt formt sich eine magische Erzählung über die Moskauer Straßenhunde - vom Aufstieg in den Weltraum bis zum Leben am Erdboden.

Weltpremiere 72. LOCARNO FILM FESTSIVAL
DokLeipzig 2019 - International Programme
Viennale 2019
34° Festival Internacional de Cine de Mar Del Plata
Mostra Internacional de Cinema São Paulo
DEUTSCHER KOMPOSITIONS-FÖRDERPREIS DES DOK.FEST MÜNCHEN 2016 gestiftet von der Versicherungskammer Kulturstiftung

FILMKOMPOSITION

ABOVE AND BELOW 

Regie: Nicolas Steiner
Musik: John Gürtler, Jan Miserre & Lars Voges

Vom Mars. Auf die Erde. Unter die Oberfläche.

ABOVE AND BELOW ist eine raue Achterbahnfahrt mit Überlebenskünstlern in einer Welt voller Herausforderungen und Schönheit. Rick & Cindy in den Flutkanälen tief unter den funkelnden Strassen von Las Vegas, Dave in einem verlassenen Bunker im ausgetrockneten Niemandsland und April in der steinigen Wüste Utahs auf ihrer Marsmission. In unbekannte Welten geschleudert, begegnen wir Seelen, die uns verwandter sind, als wir es vermuten würden.

Deutscher Filmpreis 2016 Bester Dokumentarfilm & Beste Kamera/ Bildgestaltung
Nominiert für den besten Dokumentarfilm - Max Ophüls Film Festival 2015
Hivos Tiger PREISE Competition - International Film Festival Rotterdam 2015
Gewinner Deutscher Dokumentarfilm Filmmusik Preis 2015
Gewinner Zürcher Filmpreis 2015
Swiss Film Award 2016 (Best Documentary Film, Best Editing, Special Prize for Sound Mix)
Bester Dokumentarfilm Filmschau BW 2015
Winner Fipresci International Critics Prize
Millennium Award 12th Docsagainstgravity
Winner Best Documentary Feature 2015
50th Karlovy Vary IFF Variety Critics Choice
IFFR Rotterdam Tiger Award Competition
Official Selection Doc NYC 2015
Official Selection Hotdocs 2015
Official Selection Camerimage
Official Selection Anchorage International Film Festival